01 — Meine Wurzeln
Ich bin hier in Süd-Neukölln aufgewachsen und kenne unsere Wirklichkeit aus erster Hand. Mein Kiez reicht von der Grundschule am Teltowkanal in Britz, bis zum Hannah-Arendt-Gymnasium in Rudow. Ich habe hier alle meine Freunde, meine Familie und ganz viele solidarische, liebenswerte und hart arbeitende Nachbarinnen und Nachbarn. Auch meine Eltern haben ihr Leben lang hart arbeiten müssen. Mein Vater zunächst als Stahlarbeiter, die längste Zeit aber als Servicekraft bei der BVG — meine Mutter als Reinigungskraft an einer Förderschule.
Man kann sich vorstellen, dass Geld bei uns oft knapp war. Ich erinnere mich an Klassenfahrten, an denen ich mit einigen meiner Freunde nicht teilnehmen konnte, und an zu viele Familien, die sich keine Nachhilfe leisten konnten, obwohl ihr Kind in der Schule Schwierigkeiten hatte. Nach 20 Jahren sehe ich immer noch täglich, wie viele Kinder und Familien hier das gleiche Schicksal teilen.
02 — Was mich geprägt hat
Diese Lebensumstände haben dazu geführt, dass ich mich früh mit Fragen zu Rassismus, Gerechtigkeit und sozialer Ungleichheit auseinandergesetzt habe. Als ich mein Abitur am Hannah-Arendt-Gymnasium abgeschlossen hatte, waren meine Eltern bereits zu alt zum Arbeiten, und wie bei vielen Rentnerinnen und Rentnern in Deutschland reichte auch ihre Rente kaum zum Leben. Also habe ich früh in diversen Jobs gearbeitet, um sie zu unterstützen — im Supermarkt, als Lieferant, im Büro oder als Fahrer. Diese Zeit hat mich sehr geprägt, weil ich erfahren musste, wie es den meisten Menschen in unserer Gesellschaft geht: Wir arbeiten viel und hart, und trotzdem bleibt am Ende des Monats nicht genug Geld übrig.
03 — Mein Weg
2015 bin ich der Partei DIE LINKE beigetreten und habe seitdem in mehreren politischen Organisationen zu Themen wie Antirassismus, sozialer Gerechtigkeit, Bildung und Jugend, internationaler Politik sowie Asyl- und Migrationsrecht gearbeitet. Neben meinem Wirtschaftsingenieurswesen-Studium habe ich regelmäßig Nachhilfe gegeben — heute sind es bereits über 9 Jahre Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Zusätzlich habe ich in den letzten zehn Jahren das Privileg gehabt, politische und diplomatische Erfahrung auf Landes- und Bundesebene sammeln zu dürfen, und arbeite seit über einem Jahr im Team unseres Neuköllner Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak, wo wir täglich für unsere Leute und ein besseres Leben in Neukölln kämpfen.
Neben der Politik begeistere ich mich für Philosophie und Kultur, bin aber auch ein riesiger Sportfan — stolzer Fan unserer Berlin Bears (GO BEARS!) und war selbst viele Jahre Spieler und Schiedsrichter beim DJK SW Neukölln. Ich verbringe gerne Zeit mit meiner jetzt zweiundsiebzigjährigen Mutter und lebe seit über dreißig Jahren im selben Wohnhaus in Britz. Dieses Haus ist auch meine Hoffnung für solidarische Nachbarschaft: egal, ob meine Nachbarn Erika, Musa oder Herr Lehmann — jeder von ihnen hat mir gezeigt, wie menschlicher Zusammenhalt aussieht und warum es wichtig ist, für einander einzustehen.
04 — Meine Haltung
Eine von ihnen war Tante Uschi. Sie hat meine Familie unnachgiebig in Schutz genommen, wenn der Nachbar im dritten Stock wieder die Polizei gerufen hat, obwohl es keine Ruhestörung gab. Sie hat sich immer wieder dazwischengestellt, ohne zu zögern. Sie war acht Jahre alt, als die Nazis in Deutschland an der Macht waren, und hat mir alles erzählt, wie grausam diese dunklen Zeiten waren und was für unvorstellbare Schwierigkeiten sie überwinden mussten, um ihre Oma, die Jüdin war, zu beschützen. Kurz bevor sie starb, habe ich ihr versprochen, dass ich mich mit allem, was ich habe, gegen den Hass, die Hetze und den Rassismus stellen werde
— an erster Stelle gegen die AfD!
Vielfalt, Solidarität und ehrliche Politik sind dabei unsere größten Waffen!
Ich kämpfe für ein solidarisches und weltoffenes Neukölln — für alle, die nach uns kommen, und für Tante Uschi!
Unser Zuhause
Unser Wahlkreis – Unser Zuhause
Gropiusstadt, Buckow-Nord und das nördliche Blumenviertel. Hier leben unsere Familien, manche schon seit Generationen, unsere Nachbarn, die rücksichtsvoll aufeinander achten, und unsere Kinder und Jugendlichen, die auf denselben Spielplätzen und in denselben Vereinen groß werden wie ich und unsere Generation vor ihnen. Unser Zuhause – wir lieben es, aber wir kennen es auch. Und wir sind uns einig: Es muss sich einiges verbessern!
Diese Menschen sind keine fremden Zahlen — sie sind unsere Nachbarn. Schauen wir genauer hin, Ortsteil für Ortsteil.
Gropiusstadt
der Kinder in Gropiusstadt wachsen in Armut auf — mehr als jedes dritte Kind.
Rund 39.000 Menschen leben in der Gropiusstadt, in den Hochhäusern rund um die Lipschitzallee und die U7. Viele Eltern arbeiten in Schicht, im Einzelhandel oder in der Pflege — und trotzdem reicht das Geld am Monatsende oft nicht.
Eltern, die selbst hungern, damit ihre Kinder genug zu essen haben. Familien, die im Winter die Heizung herunterdrehen, weil sie die Rechnung fürchten. Das sind nicht nur Zahlen in einem Armutsbericht — diese Menschen leben hier, mitten unter uns. Das sind unsere Nachbarn. Das sind wir.
Und was macht die schwarz-rote Koalition? Sie kürzt ausgerechnet dort, wo es am dringendsten gebraucht wird — bei Schulen, Jugendclubs und der Quartiersarbeit. Der Doppelhaushalt 2026/27 plant trotz steigender Schülerzahlen 60 Millionen Euro weniger für Bildung und streicht bei Jugend und Bezirken. Schon 2009 warnte der Senat in einem eigenen Bericht vor „Slums des 21. Jahrhunderts", die hier entstehen könnten — und heute wird bei den Ärmsten weiter der Rotstift angesetzt. Diese Kinder brauchen echte Investitionen statt Sonntagsreden.
Buckow-Nord
weniger im Monat bekamen die Beschäftigten der Vivantes-Töchter — für die gleiche Arbeit wie ihre Kolleginnen im Mutterkonzern.
Nördlich der Gropiusstadt, rund um das Vivantes Klinikum Neukölln bis zum Teltowkanal, liegt ein grüner, gemischter Teil unseres Wahlkreises — mit Kleingärten und ruhigen Wohnstraßen.
Mittendrin steht eines der größten Krankenhäuser Deutschlands. Tausende Neuköllnerinnen und Neuköllner werden hier behandelt, Tausende arbeiten hier — in der Pflege, in der Reinigung, in Küche und Transport. Menschen, die andere gesund pflegen und den Betrieb am Laufen halten, während sie selbst am Limit sind.
2026 mussten die rund 2.200 Beschäftigten der ausgelagerten Vivantes-Töchter über zwei Monate streiken, nur damit gleiche Arbeit endlich gleich bezahlt wird. Bis zu 1.000 Euro im Monat fehlten ihnen gegenüber den Kolleginnen im Mutterkonzern. Das Land Berlin ist Eigentümer dieses Konzerns und hat lange zugeschaut, statt seiner Verantwortung nachzukommen.
Und das ist kein Einzelfall: Während im Gesundheitswesen an allen Ecken gespart wird, lässt das Land seine eigenen Kliniken auf dringend nötige Investitionen warten — ausgetragen auf dem Rücken derer, die den Laden am Laufen halten. Gesundheit und Pflege sind Daseinsvorsorge und dürfen keine Frage des Sparhaushalts sein. Wer Menschen gesund pflegt, verdient faire Löhne, genug Personal und ein Krankenhaus, das nicht kaputtgespart wird.
Nördliches Blumenviertel
Nur bis dahin ist der Notbetrieb der Brunnen im Blumenviertel finanziert. Die geplante Dauerlösung über das Wasserwerk Johannisthal soll erst 2030/31 laufen.
Im Blumenviertel wohnen die Menschen in Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern, dazwischen auch in kleinen Mehrfamilienhäusern — Eigentümer wie Mieter. Viele haben sich hier mit ihrem Ersparten ein Zuhause aufgebaut. Seit über 20 Jahren kämpfen sie mit steigendem Grundwasser: nasse Keller, feuchte Fundamente, Schäden, die immer teurer werden. Betroffen sind rund 2.250 Häuser.
Die Ursache ist bekannt: Bis in die 1990er hielt das Wasserwerk Johannisthal den Grundwasserstand niedrig. Seit die Förderung zurückgefahren wurde, steigt das Wasser. Die Notbrunnen am Glockenblumenweg wurden im Juni 2022 abgeschaltet und das Wasser kam prompt zurück. Heute läuft nur ein Notbetrieb, finanziert bis 2027. Die echte Lösung über Johannisthal soll frühestens 2030/31 kommen. Diese Lücke lässt die Menschen aktuell im Regen stehen. Das Land Berlin muss den Notbetrieb lückenlos bezahlen, bis die Dauerlösung läuft, und einen verbindlichen Zeitplan für Johannisthal vorlegen. Die Menschen im Blumenviertel brauchen endlich eine glaubhafte Perspektive und Politik, die ihre Interessen schützt.